Freiheiten eines Autors

Ich habe immer eine Liste mit Themen, die mich aktuell beschäftigen. Futter für meine Sonntags-Kolumne sozusagen. Über was ich hier letztendlich schreibe, entscheide ich teils sehr kurzfristig. Die Liste werde ich diese Woche nicht brauchen, denn nach zwei Mails, die ich vor einigen Stunden als Reaktion auf meinen Newsletter erhalten habe, stand das Thema dann schnell fest: Freiheiten eines Autors. Oder besser gesagt meine Freiheiten. Im Newsletter habe ich bekannt gegeben, dass ein Buch nicht erscheinen wird.

Den relevanten Teil des Newsletter lesen

Es war die richtige Entscheidung, das Buch auf Eis zu legen, um den Kopf frei zu bekommen. Dennoch ist es mir schwer gefallen, auf „Senden” zu drücken, als ich den Newsletter fertig geschrieben hatte. Weil mir klar war, dass ich einige meiner LeserInnen damit enttäusche. Ja, ihr dürft enttäuscht sein, das ist euer gutes Recht. Ich kann es niemandem verdenken. Mit ein paar enttäuschten und vielleicht auch leicht verärgerten Reaktionen habe ich gerechnet.

Was mich aber wirklich geschockt hat, sind die beiden Mails, die ich eingangs erwähnt habe. Mails, die ganz weit unter der Gürtellinie sind. Das hat nichts mehr damit zu tun, dass jemand seine Enttäuschung äußert. Ich spreche ungern von Hass, aber eigentlich trifft es das ganz gut. Viele böse Worte wurden da geschrieben. Mein Freund sieht es mit einem gewissen Galgenhumor: Das sind Fans, die einfach sehr enttäuscht sind, meint er dazu.  Mag sein.

Dennoch habe ich mich gefragt: Muss ich als Autorin eine solche Entscheidung noch weiter rechtfertigen, wie es von mir verlangt wird? Nein, ich glaube nicht. Im Newsletter steht alles, was es dazu zu sagen gibt. Sind einige Leser wirklich der Meinung, sie könnten mir die Freiheit absprechen, das Buch zurückzuziehen? Offenbar schon. Aber diese Freiheit nehme ich mir.

Das ist mein Buch, und da kein Verlag daran beteiligt ist, kann ich damit machen, was ich will. Das ist meine Freiheit als Autorin. Springen nun ein paar Leser ab? Damit muss – und kann – ich dann leben. Wenn jemand einfach seine Enttäuschung ausdrückt, finde ich das okay. Aber beschimpfen lasse ich mich nicht. Die beiden Personen haben mich aufgefordert, sie sofort von der Nutzerliste meiner Homepage und vom Newsletter zu löschen. Dem bin gerne nachgekommen, das hätte ich ohnehin getan, denn solche „Fans” brauche ich nicht.

Für alle anderen, die dennoch weiterhin Geschichten von mir lesen wollen: Die schreibe ich gerne für euch. Wie schon im Newsletter geschrieben: Es tut mir leid, wenn ich jemanden enttäuscht habe, aber das ändert nichts an meiner Entscheidung. Ich kann euch nur bitten, sie zu akzeptieren.

In diesem Sinne, bis nächste Woche

Eure Chrissy

5 Kommentare

  1. Hallo liebe Chrissy,

    ich finde deine Entscheidung vollkommen richtig und kann in keinster Weise die Reaktion der zwei Leserinnen verstehen. Als Leser sollte es mir nicht nur wichtig sein, dass ich immer wieder neuen Lesestoff meines Lieblingsautors erhalte, sondern eben auch, dass es ihm selbst mit seiner Geschichte gut geht. Tut es dies nicht, dann spüre ich das als Leser und bin erst recht enttäuscht. Das Leben und vor allem das Schreiben verläuft leider nicht immer so, wie wir es uns vorstellen oder wünschen. Dies sollte jedem klar sein, egal ob Autor oder Leser. Lass dich von so etwas nicht aus deiner Schreibbahn werfen. Dafür kannst du dich mit genügend neuer Energie in ein neues Projekt stürzen.
    Ganz liebe Grüße
    Karin

  2. Liebe Chris,
    fühl dich mal umarmt. Es ist sehr erschreckend wie manche Menschen reagieren. Ich kann verstehen wenn man enttäuscht ist das ein Buch nicht erscheint, aber für Ärger habe ich kein Verständnis. Es ist dein Leben, deine Entscheidung, dein Buch. Ich würde den Lesern die sich ärgern und dann unter die Gürtellinie gehen gerne Bambi empfehlen da sagt schon Klopfer der Hase wenn man nichts nettes zu sagen hat, sollte man den Mund halten ;-). In dem Sinne mir gefallen deine Geschichten die in der Valentinsausgabe ist Zucker 😉 daher mach genau so weiter und sei du selbst.

  3. Wow Chris,
    das ist jetzt nicht dein Ernst, es gibt Menschen die dich angehen weil du eigene Entscheidungen triffst. Du ganz allein entscheidest was du wann und wie schreibst, da hat niemand das Recht sich einzumischen. Ich kann mir gut vorstellen das es nicht einfach ist seine Leser zu enttäuschen, aber ganz ehrlich eine erzwungene Geschichte wäre wohl für beide Seiten nicht erstrebenswert.

  4. Man MUSS manchmal einfach loslassen. Das heißt ja nicht, dass es wirklich alles verloren ist. Aber man selbst weiß eben nicht, ob es noch mal was wird. Zumindest mir geht es so, dass ich immer wahnsinnig unsicher bin. Irgendwann kommt schon noch die Zeit, da gräbt man das alte Zeug wieder aus, denkt sich, hey, da fehlt doch nicht mehr viel, beißt sich durch – oder aber, der Knoten platzt und man weiß plötzlich, was da nicht gestimmt hat usw.

    Ich habe eine sehr liebe Testleserin. Die bekommt ab und an kapitelweise was zu lesen, damit sie mich anfeuern kann. Ich fühle mich immer richtig schlecht, wenn dann der Fluss versiegt und ich mich aus diversen Gründen anderen Projekten zuwenden muss. Das ist nicht schön, nein. Eine gewisse Hartnäckigkeit gehört auch zum Job dazu. Aber bevor man Stunden und Tage quasi im Stillstand verbringt und gar nichts schafft, muss man halt andere Wege gehen.

    Vielleicht verstehen das die paar vergrätzten Leser, wenn sie in den Genuss der anderen Storys kommen, die es sonst vielleicht nicht gegeben hätte. Also, hau rein! (in die Tasten!!! *lol*)

  5. Hey lass dich nicht Ärgern, es gibt immer Leute die irgendwas nicht mögen ,ich finde toll was du schreibst und denke das die meisten Fans genau so denken, also weiter machen , du bist einfach Klasse

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *