Frohe Ostern

Nachdem die Kolumne aus Zeitgründen letzte Woche ausgefallen ist, gibt es heute mal wieder mein Wort zum Sonntag, wenn auch ziemlich spät am Nachmittag. Mir geht im Moment sehr vieles im Kopf herum, wie den meisten von Euch wahrscheinlich auch. Ziemlich präsent ist immer noch das schreckliche Flugzeugunglück. Ich wurde bereits gefragt, ob ich mich bewußt nicht dazu geäußert habe. Das habe ich, an verschiedenen Stellen habe ich meine persönliche Meinung dazu gesagt.

Ich stehe zu meiner Meinung, auch wenn inzwischen die Ermittlungsergebnisse tatsächlich darauf hindeuten, dass der Copilot das Fleugzeug absichtlich zum Absturz gebracht hat. Das soll bitte niemand falsch verstehen: Ich heiße diese Tat nicht gut, und mein Mitgefühl ist bei allen Hinterbliebenen, die an diesem furchtbaren Tag geliebte Menschen verloren haben.
Aber dieses „alle” schließt eben auch die Familie des Copiloten mit ein. Sie haben nicht nur ihn verloren, sondern sehen sich auch immer noch mit den Konsequenzen der furchtbaren Hetzkampagne konfrontiert, die in einigen Medien gelaufen ist, bevor es überhaupt konkrete Ermittlungsergebnisse gab. Selbst wenn der Copilot den Absturz verursacht hat, ich finde es dennoch nicht richtig, wie er als kaltblütiger Mörder verurteilt und an verschiedenen Stellen sogar mit den Attentätern von 9/11 verglichen wird.
Ich glaube kaum, dass man das auch nur im Ansatz vergleichen kann. Bevor mir nun wieder einmal vorgeworfen wird, dass ich nicht weiß, wovon ich da spreche: Doch, leider tue ich das. Wer mich persönlich kennt, weiß, dass mein Lebensgefährte Amerikaner ist und dass sein Bruder damals im Pentagon ums Leben gekommen ist. Das nur, um klarzustellen, dass ich in Bezug darauf tatsächlich weiß, wovon ich spreche.
Für mich hat der Copilot nichts, aber auch gar nichts mit den kaltblütigen Massenmördern von 9/11 gemeinsam. Nein, es war nicht richtig, was er offenbar getan hat. Aber keiner von uns weiß, was in diesem scheinbar psychisch labilen jungen Mann vorgegangen sein muss. Wir können es nicht nachvollziehen, und er kann es uns nicht mehr mitteilen. Wie verzweifelt muss jemand sein, um das zu tun? Wie verzweifelt muss seine Familie nun sein? Überhaupt mit den Folgen dieser Katastrophe klar zu kommen, das wird sehr schwer für die Familie sein, wie auch für die Familien der Opfer. Macht es ihnen nicht noch schwerer. Das ist meine persönliche Meinung dazu.

Es sind wieder einmal keine erfreulichen Gedanken, die mir da durch den Kopf gehen. Aber so ist das Leben. Jeden Tag passieren auf unserer Welt schreckliche Dinge. In den meisten Fällen können wir sie nicht verhindern, aus welchen Gründen auch immer. Aber es geschehen auch immer wieder Dinge, die uns positiv ins Herz treffen, und die uns ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Manchmal sind diese Momente zu selten und zu kurz, doch es gibt sie. In der Hoffnung, dass ihr solche Momente gerade erlebt, wünsche ich euch ein frohes Osterfest.

Frohe Ostern

Mit lieben Grüßen

Chrissy

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