Zweigeist von Eve Flavian

Auch für dieses Buch gibt es keine eigene Kurzvorstellung in meiner Rubrik Ich lese gerade, es ist im Beitrag Lesemarathon enthalten. Zweigeist ist das erste Buch von Eve Flavian, das ich hier rezensiere. Daher möchte ich an dieser Stelle die Autorin kurz vorstellen.

Ich kannte ihren Namen aus verschiedenen Gemeinschaftsprojekten und Anthologien. Auf BookRix bin ich dann aus Zufall über die Userin lumien gestolpert – um erfreut festzustellen, dass es sich dabei um Eve Flavian handelt.
Auf ihrem Bookrix-Account stehen etliche sehr schöne Geschichten aus verschiedenen Genres zur Verfügung. Dort finden sich auch Leseproben zu ihren Kaufbüchern, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Es fasziniert mich, wie vielseitig diese Autorin ist. Das beweist sie einmal mehr mit ihrem tollen Buch Zweigeist. Dieses Buch gehört zu meinen absoluten Highlights im Januar 2015.

 

Flavian-Zweigeist
Zweigeist

von Eve Flavian

ASIN: B00PCWBQP4

 

Verfügbar für 3,49 EUR

Ein Highlight!

BewertungBewertungBewertungBewertungBewertung

Klappentext:
Tod und Missernten gefährden den Stamm der Falken vom Volk der Cheyenne. Yuma, Sohn des Häuptlings, ahnt, dass ein Traum, der ihn seit seiner Kindheit verfolgt, damit zusammenhängt. Tapfer wehrt sich der Indianer gegen das Erwachen seiner zweiten Seele, denn in ihm fließt das Blut der Zweigeister, die in Träumen die Zukunft sehen und mit den Geistern Kontakt aufnehmen können. Doch ein Zweigeist darf nicht Häuptling sein, und nur so, davon ist Yuma überzeugt, kann er seinen Stamm retten.
Als er einem fremden Cheyenne das Leben rettet, ändert sich alles. Mit seiner Liebe zu Nayati erwacht die zweite Seele in ihm. Yuma muss sich entscheiden: die Liebe oder sein Stamm.
Nur sind sie alle, ohne es zu wissen, Figuren in einem ganz anderen Spiel, einem Spiel auf Leben und Tod …

Was ich dazu sagen möchte:
Zugegeben, angesichts der Begebenheiten und der Zeit, in der dieses Buch spielt, war ich am Anfang sehr skeptisch. Ich bin weiß Gott kein Fan von Western-Geschichten, und in die Richtung gingen meine Gedanken erst einmal, als ich den Klappentext gelesen habe. Der nächste Gedanke war der an Esoterik und Spiritismus – es sei mir verziehen, aber das sind Themen, mit denen ich mich nicht wirklich beschäftige. Alles zusammen ließ mich eine Weile zögern. Andererseits kenne ich etliche Geschichten der Autorin und bisher hat mir alles von ihr gut gefallen. Und wozu gibt es die Leseproben? Also dachte ich mir, wenn es mir wirklich nicht gefällt, hake ich es eben unter gescheitertes Experiment ab.

Mitnichten! Am Ende der Leseprobe angelangt, war ich so fasziniert, dass ich das Buch sofort gekauft habe. Obwohl bis dahin mit keinem Wort ersichtlich war, dass Zweigeist in mein Lieblingsgenre Gay gehört. Ich habe den Kauf keine Sekunde lang bereut, bin nicht davon losgekommen, bis ich das letzte Wort gelesen hatte. Dieses Buch ist anders als alles, was ich davor von der Autorin gelesen habe, eigentlich anders als alle anderen Gay-Bücher, die ich bisher überhaupt gelesen habe. Es ist einfach … WOW!

Eve Flavian ist eine wundervolle Liebesgeschichte gelungen, doch Zweigeist ist weit mehr als das. Es ist eine Geschichte über Liebe und Loyalität, fehlgeleiteten Hass und Rache. Darüber hinaus vermittelt das Buch zudem einen Einblick in die Kultur der amerikanischen Ureinwohner, auf eine sehr lebendige und beeindruckende Art. Die Autorin hat mich mitgenommen in eine mir bis dahin unbekannte Welt, in der ich mich aber nicht fremd gefühlt habe.

Rein fiktive Welten, die als solche offensichtlich zu erkennen sind, nehme ich als Leserin einfach hin. Aber oft, wenn ich in Büchern etwas über reale, mir jedoch fremde Kulturen lese, juckt es mich in den Fingern, im Internet zu recherchieren, ob die Informationen zutreffend sind. Meistens mache ich dann genau das und stelle so manches Mal fest, dass der Autor entweder seine Hausaufgaben nicht richtig gemacht hat, oder ganz bewusst reale Begebenheiten mit viel Fiktion vermischt hat, aus welchen Gründen auch immer. Das hinterläßt bei mir schnell einen schalen Beigeschmack, weil ich mich dann frage, ob es dem Autor die Recherche einfach nicht wert war.

Bei Zweigeist hatte ich nicht ein einziges Mal das Bedürfnis, eine der Suchmaschinen zu bemühen, und das werte ich als äußerst positiv. Nur selten hat es ein Autor geschafft, mich so schnell und tief in eine Geschichte hineinzuziehen, dass es mir schlichtweg egal ist, ob die Informationen zutreffend sind, die mir über die fremde Kultur vermittelt werden. Womit ich aber keinesfalls sagen will, dass Eve Flavian nicht richtig recheriert hat, das soll nun bitte niemand falsch verstehen. Doch die Welt, in die sie mich mitgenommen hat, ist in sich so stimmig und greifbar, dass es einfach keine Rolle spielt. Und nicht nur diese Welt ist es, sondern auch die Figuren darin. Sie mögen in einem anderen Kulturkreis und einer längst vergangenen Zeit gelebt haben, aber dennoch sind sie für mich greifbar.

Wirklich sehr selten hat mich ein Buch so gefesselt und bewegt wie Zweigeist. Ich ziehe meinen Hut vor der Autorin und bedanke mich für dieses wunderbare Lesevergnügen.

Eine glasklare Leseempfehlung mit 5 Sternen!

Der Klappentext und das Buchcover stammen mit freundlicher Genehmigung von der Autorin bzw. dem MAIN Verlag.

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